Bei den New Work Awards  von XING wurden herausragende Projekte und Ideen für zukunftsweisendes Arbeiten ausgezeichnet. Weit mehr als 130 Bewerbungen gingen ein, aus denen eine Expertenjury eine Shortlist mit den sechs vielversprechendsten Initiativen und Persönlichkeiten pro Kategorie erstellte. Im letzten Schritt entschieden die Online-Nutzer mit knapp 50.000 abgegebenen Stimmen, welche Unternehmen und New Worker am meisten überzeugt haben. Hinter Branchenriesen wie TSystems (Platz 2) und MAN (Platz 1) erhielt die wuppertaler Künstleragentur music4friends den NEW WORK AWARD in Bronze in der Kategorie `Etablierte Unternehmen´ für ihr „Geschäftsführer Experiment„.


Hallo Sascha! Ihr kommt gerade alle aus Hamburg zurück, seht glücklich und auch etwas müde aus: 
„Wir haben uns schon über die Nominierung zum NEW WORK AWARD extrem gefreut und uns sofort dazu entschieden, mit dem kompletten Büroteam zur Bekanntgabe der Gewinner nach Hamburg zu reisen. Zum einen, um am NWX Kongress teilzunehmen und uns von Rednern wie Richard David Precht, Götz Werner oder Anselm Grün inspirieren zu lassen. Zum anderen war der Anlass ideal für eine tolle Dankeschön-Reise mit diesem großartigen Büroteam: wir wollten es also eh etwas knallen lassen – dass wir dann auch noch zu den Preisträgern gehören, hat uns dann beim Feiern sicher auch noch etwas beflügelt.“

Ihr seid für euer „Geschäftsführer Experiment“ ausgezeichnet worden, bei dem ihr die Geschäftsleitung für einen Monat an eure Azubis übertragen habt. Ist das New Work?: „Auch. Wir fanden die Idee einfach gut und wollten wissen, wie sich das anfühlt und was wir dadurch bei den Themen Führung, Verantwortung und Augenhöhe lernen können. Und das war so gut, dass wir das Experiment auch in diesem Jahr mit unseren aktuellen Junior-Kolleginnen Marnie und Darlene wiederhohlen werden.

Fast alle großen Konzerne – von denen ja zwei mit T-Systems und MAN in eurer Kategorie ebenfalls zu den Preisträgern gehören – treiben die Entwicklung zu mehr „new work“ voran. Ist das Hype?: Der Begriff „New Work“ ist natürlich gerade in Mode und ist dazu noch ein sehr dehnbarer. Wir finden den Begriff aber gar nicht so wichtig, sondern viel mehr die Motivation, die vielleicht dahinter steht: wie gestaltet man heute die Rahmenbedingungen für Arbeit, wenn man alle mit einbezieht, die diese Arbeit am Ende auch gerne leisten / buchen wollen? Wie schafft man Arbeits- = Lebensräume, die persönliches Wachstum ermöglichen? Und was brauchen eigentlich wache, sich einbringende, gerne Verantwortung übernehmende Menschen für Arbeitsumstände, um gern mit an Bord zu sein? Zum einen ist das sicher Stabilität & Zuverlässigkeit (deshalb ist Erfolg auch wichtig!). Zum anderen sind es aber auch immer wieder neue Ideen und Wege, die man einfach mal ausprobiert: dieser „Spielraum“ ist vielleicht auch New Work.

Und was probiert ihr neben dem Geschäftsführer Experiment noch so aus?:
Wir haben zum Beispiel fast alle Familie: hier ist es einfach für uns wichtig sehr flexible Arbeitszeiten zu schaffen (unter anderem mit extra Urlaubstagen, die sich jeder nach Bedarf nehmen kann – ohne Abnicker vom „Chef“) und auch mit den technischen Möglichkeiten ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen (wir haben keine zentrale Telefonanlage mehr, sondern jeder kann mit Smartphone, Laptop und Daten-Cloud von überall arbeiten), ist da sicher ein Punkt, der sich für uns aber schon ganz normal und natürlich anfühlt. Genau wie viele Meetings, die wir einfach mal abgeschafft haben: Montags und Dienstags ist bei uns zum Beispiel meetingfreie Zone, damit wir uns auf die Arbeit für unsere Kunden konzentrieren können.

Ein interessantes Projekt ist zum Beispiel auch gerade, dass sich eine erste unserer Bands dafür entschieden hat, neue Ideen und Projekte nach der Scrum-Methode durchzuführen, die eigentlich aus der agilen Softwareentwicklung kommt. Wir probieren das gerne aus: Was gut ist – wird behalten!

Was nehmt ihr nun von dem New Work Award mit nach Hause in Wuppertal?:
Natürlich erstmal den schönen Preis, der gerade eben seinen Platz in unserer Büroküche bezogen hat. Der steht da jetzt zum einen für dieses wirklich besondere Büro-Team und zum anderen für alle Musiker, DJ & Technik-Kollegen, die in unseren Projekten schon lange mit außergewöhnlichem Engagement, richtig guten Ideen und vor allem dem „Hut aufsetzen und machen“ wirken und ohne die wir nicht so erfolgreich wären.

Götz Werner, der Gründer von DM, hat auf dem NWX gesagt: „Wir haben drei Arten von Kunden. Unsere Mitarbeiter, unsere Kunden & unsere Lieferanten“ – das spricht uns in unserer Haltung zu den Menschen mit und für die wir arbeiten aus dem Herzen und vor vielen Jahren haben wir uns bei music4friends das Motto gegeben „GLÜCKLICHE KÜNSTLER – BEGEISTERTE KUNDEN!“ – und da gibt´s dann auch immer new work to do!

 

Lesen Sie auch

Sascha Poddey: Vom Chef zum Sparrings-Partner

 

 

 

Zurück aus der Elternzeit