Sascha Poddey ist geschäftsführender Gesellschafter der Künstleragentur music4friends. Im August letzten Jahres kehrte er nach 7 monatiger Elternzeit wieder zurück in die Agentur – und gründete zusätzlich mit sparrings-partner.de ein eigenes Beratungs-Startup.

Hallo Sascha, wie war es für dich nach 7 Monaten Elternzeit wieder zurück in eure Agentur zu kommen?

Ich habe mich zum einen sehr auf meine Kollegen und unser Büro gefreut und hatte gleichzeitig auch eine Art Lampenfieber.

Lampenfieber wovor?

Vor dem Neubeginn und dem „Finden meines Platzes“. Wir haben vor Jahren den Weg hin zu mehr Augenhöhe und Eigenverantwortung mit dem gesamten Team eingeschlagen. Wenn du dann 7 Monate einfach mal komplett raus bist und dein Team deine Aufgaben auf, wie ich finde großartige Weise mitgemacht hat, ist vielleicht der Moment gekommen dich in der alten Chefrolle zu hinterfragen.

Ich konnte mir jedenfalls nicht vorstellen zurückzukehren ohne nochmal genau hinzuschauen und hinzuhören, wo und wie ich denn in diesem Team aus sehr selbstständigen Kollegen gebraucht werde.

Und dann gründest du mit Sparrings-Partner zusätzlich einfach noch ein Beratungs-Startup?

Ja. Erstmal ist das für mich nämlich ein ganz zentraler Teil der Antwort auf die Frage geworden, wie ich für jeden in meinem Team die größte Unterstützung bei der persönlichen Weiterentwicklung sein kann. Für mich passt der Begriff Sparring da ganz wunderbar: ich bin für jeden im Team da, wenn es um die Reflektion ihrer / seiner Herausforderungen geht, gebe Impulse und versuche den Rahmen zu ermöglichen, in dem jede(r) ihre eigenen kreativen Lösungen findet. Und ich trainiere auch konsequent, wenn wir für uns miteinander Wege gefunden haben, an denen wir dranbleiben und etwas erreichen wollen. Ich bin also der Sparringspartner: final in den Ring steigen und „boxen“, das machen so selbstständige Kollegen dann am liebsten selbst!

Dann hat dich im Prinzip dein music4friends Team auf die Idee gebracht, vom „Chef“ zum Sparringspartner zu werden?

Ja.

Wieso bietest du diese Arbeit auch externen Kunden an?

Das hat sich ebenfalls schon über Jahre so entwickelt. Immer wieder haben mich Freunde und Geschäftspartner um Rat gefragt – und oft habe ich das auch umgekehrt getan.

„Es ist schon beeindruckend, wie schnell und tief man mit SP den eigenen Ideen und Strategien auf den Grund gehen kann. Sein im Anschluss teilweise sehr unkonventionelles Feedback bringt einen selbst so zum Nachdenken, dass ein nächstes Level überhaupt erst möglich wird.“
Florian Kops – Geschäftsführer dasMinisterium.com

Dieser Austausch hat mir immer sehr großen Spaß gemacht und vor allem meinen Horizont extrem erweitert. Das ist dann auch immer wieder M4F zu Gute gekommen. Sparrings-Partner.de zu starten und meine Erfahrungen auch anderen anzubieten war da für mich zum einen logisch, zum anderen ist es auf diese Weise ein spannendes Neuland, dass ich für mich wagen möchte.

Und wie bekommst du Agentur und das Startup unter einen Hut?

Gut, weil ich nur begrenzte Tage im Monat als Sparrings-Partner für externe Kunden reserviere. Das hat für mich zwei Vorteile: 1. So bleibe das externe Sparring für meine Kunden und mich etwas Spannendes und Besonderes und 2. kann ich relativ schnell behaupten, dass mein Startup erfolgreich ist und ich ausgebucht bin! 😉

Sehr schön! Wo wir beim Thema sind: Wer bucht denn ein Sparring mit dir?

Bisher sind es Inhaber / Geschäftsführer/innen von kleinen oder mittelständischen Unternehmen, die für eine wichtige berufliche und oft eben auch persönlicher Fragestellung auf der Suche nach Reflexion mit mir als externem Zuhörer und Impulsgeber sind.

Ich arbeite aber auch immer wieder mit kleinen Teams, die sich als Gemeinschaft auf einen neuen Weg mit neuen Arbeitsweisen machen wollen. Beides macht mir sehr viel Spaß.

Wie finden deine Kunden dich?

Gute Frage! Anders als bei unseren Musikprojekten, rühre ich für sparrings-partner.de so gut wie gar nicht die Marketing-Trommel. Das ist zum einen so, weil ich wie oben beschrieben, nur einen begrenzten Zeitrahmen im Monat zu buchen bin und das tatsächlich schon gut läuft. Und zum anderen, habe ich mit meiner Form des Sparrings auch einen sehr anderen Ansatz, als viele Berater, die sich mit einer bestimmten Methode und dem Habitus das „garantierte Rezept zum Erfolg“ zu haben, sehr laut vermarkten. Deshalb möchte ich auch lieber über Empfehlungen gefunden werden.

Was machst du anders?

Ich gehe in jedes Erstgespräch mit dem Ansatz „ich weiß nichts!“ und dann höre ich meinem Gegenüber erstmal zu. Das ich nichts weiß, stimmt natürlich nach über 20 Berufsjahren nicht. Aber ich gehe wirklich in jedes Sparring mit diesem Gedanken, um meinem Gegenüber und mir ein „weißes Blatt“ aus Neugier, Zuhören und Verstehen zu gönnen. Erst daraus ergibt sich dann im besten Fall ein ganz individueller Weg, den mein Gegenüber auch gehen will.

Vielen Dank für das Interview!
Mehr unter www.sparrings-partner.de
Beispielleistungen: Sparrings-Partner-PDF

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